Fortlaufende Texte zu Schulentwicklung, Führung und Zusammenarbeit

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Why Germany isn't doing very well in winning international students

As a matter of fact 42% of all international students studying in Germany in 2016 recommended other students a study in Germany. So Germany is still one of the most attractive places for higher education on an international scale. Students associate German qualifications with high quality. Which means German institutions do as good as international universities in terms of learning facilities and learning satisfaction. On an international scale Germany is also doing very well in terms of living conditions especially concerning the low living costs. So with all these factors in mind one can ask, which area is the most important one to improve their offer to reach a top level internationally when it comes to student recruitment?

There is nothing unprofessional about supporting students

As the actual International Student Barometer shows German institutions should invest more effort in welcoming services for international students like visa advice, support with regard to accommodation services, etc. As a student from Israel put it: "Stop treating students as if they are a nuisance and deserve a plunge into cold water'. There is nothing unprofessional about offering help/compassion." Also to support international students by connecting them to domestic students and taking part in social activities is another basic factor to enhance international study experience. At the same time universities should be aware of the fact that the number one reason why students decide for a study in Germany is the access to the German job market. In this context universities should provide students with information on how to get a job or an internship or foster the employability in the students curriculum.

Manage expectations to enhance effectiveness of recruitment strategies

To provide information about their international study is crucial for universities nowadays. Take students accommodation as an example for supporting international students with relevant facts. In this context it is not important to cover every aspect of a students life abroad. But institutions should at least provide them with sufficient info about where to get them on topics that are or will become relevant during their stay abroad. For students it is not that important who is e.g. responsible for organising accommodation, social activities, internships etc. The key factor is to provide them with the info on how to help themselves or how to get in touch with the persons responsible for these things. This also means to support them by passing by the language barrier. No matter what German universities provide information about e.g. housing or not, students satisfaction level raises compared to the level transparent info is provided. In other words the better students know what to expect and not to expect from a university in the moment of arrival before or beyond this point the higher their satisfaction level rises. This factor massively influences the recommendation former students give to their mates at home which at the time enhances the effectiveness of recruitment strategies.

Herausgeber Tom Mittelbach erklärt in seinem Buch „Scrum in die Schule“ überzeugend, warum Scrum und Schule gut zusammenpassen. Das Buch ist das Ergebnis eines Booksprints im Sommer 2020, an dem sich insgesamt 17 Autorinnen und Autoren beteiligt haben.

Eine praktische Einführung in das Thema Eduscrum

Die Autorinnen und Autoren des Buchs verstehen sich als Praktiker zum Thema Agilität und Scrum, die gemeinsam den Versuch unternehmen, Scrum für die Schule nutzbar zu machen. Das Spektrum der 14 Fachartikel reicht von fundierten, theoretischen Einführungen in Scrum, Agilität und das Agile Manifest bis hin zu konkreten Praxisbeispielen aus der Schul- und Projektarbeit. Damit richtet sich Buch an all diejenigen, die Scrum im Unterricht anwenden wollen, dafür aber noch eine solide Einführung suchen.

Ansätze für die Lehre an Hochschulen und Unis

Dabei kann dieses Buch aus unserer Sicht mehr leisten als eine grundsätzliche Einführung in das Thema. Von großem Nutzen ist das Framework Scrum darüber hinaus für Lehrende an Universitäten und höheren Bildungseinrichtungen. Das Buch gibt dieser Zielgruppe das nötige Hintergrundwissen an die Hand, um im ersten Schritt zu verstehen, was Agilität ist und damit ein agiles Mindset aufzubauen. Im zweiten Schritt stellt es einen Werkzeugkasten bereit, mit dem Dozenten und Lehrende ihre Seminare und Übungen agil gestalten können.



Tom Mittelbachs (Hrsg.) praktische Einführung in das Thema Scrum in der Schule

Passend auch für Projektarbeit in Unternehmen

Aus eigener Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Unternehmen kann ich sagen, dass Elemente aus Scrum, insbesondere time-boxing, interaktives Arbeiten und die fortlaufende Verbesserung des eigenen Vorgehens auch für die Teamarbeit in Unternehmen förderlich sind. Diese Elemente agilen Arbeitens fördern die Kollaboration in Teams, schaffen Eigenverantwortlichkeit und helfen, Teamgeist zu entwickeln. In Kombination mit entsprechenden Tools wie Kanban-Boards (Trello, o. ä.) und Stand-up-Meetings lassen sich festgefahrene Excel-basierte Projektstrukturen aufbrechen. Gerade in Zeiten mit unvorhersehbaren Veränderungen bekommen Teams damit einen wertvollen, weil nutzbringenden, Werkzeugkasten an die Hand.

Sutherland und Schwaber

Agiles Arbeiten und feste Spielregeln erscheinen auf den ersten Blick als Widerspruch. Doch das in den 90ern entwickelte und kürzlich aktualisierte Scrum-Framework von Jeff Sutherland und Ken Schwaber beweist das Gegenteil: Agiles Arbeiten im Team wird dann am effektivsten, wenn es klar umrissenen Regeln folgt.

Was ist Scrum?

Scrum und agiles Arbeiten sind zumindest in der Produktentwicklung keine neuen Begriffe mehr. Schon in den frühen 1990er Jahren formulierten Jeff Sutherland und Ken Schwaber ein erstes Scrum-Konzept, das bis heute hauptsächlich in der Softwareentwicklung und im Produktmanagement Anwendung findet. In ihrem 2017 veröffentlichten Scrum Guide definieren sie Scrum als „[a] framework within which people can address complex adaptive problems, while productively and creatively delivering products of the highest possible value“. Es handelt sich um eine konkrete Umsetzung der Philosophie des agilen Arbeitens, bei der es darum geht, so effektiv, flexibel und kreativ wie möglich an einem Produkt zu arbeiten, um am Ende das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Anstatt ein festes langfristiges Ziel zu verfolgen, soll durch kurze Entwicklungszeitfenster und ständige Reflexion optimal auf Marktveränderungen und sonstige Problemstellungen reagiert werden.

Eine detailliertere Definition liefert der zuvor zitierte Scrum Guide von Jefferson und Schwaber. Sehr anschaulich wird das Framework auch in diesem Video des Unternehmens Organize Agile erklärt. (© Youtube)

Wie funktioniert Scrum?

Damit das Framework funktioniert, gibt es klar umrissene Rollen, Zeitfenster (Time-Boxing) und Prozesse, die auf alle produktorientierten Vorgänge übertragbar sind. So ist es die Rolle des Product Owners, die Entwicklung des herzustellenden Produkts zu überblicken und das sogenannte Product Backlog – eine Liste der Anforderungen an das Produkt – zu formulieren. Diese Anforderungen muss das Development Team, eine kleine Gruppe unterschiedlich spezialisierter Fachleute, während eines Sprints, der in der Regel höchstens einen Monat dauern soll, bestmöglich umsetzen. Dabei geht es nicht darum, sofort das perfekte Ergebnis, sondern innerhalb kürzester Zeit das bestmögliche Inkrement – sprich: die nächsthöhere Produktstufe – zu erzielen. Grundgedanke dieser Vorgehensweise ist es, immer eine Version des Produktes zu haben, die in irgendeiner Form fertig (done) und funktionsfähig ist. Dazu formuliert das Development Team während des Sprint Plannings ein Sprint Backlog mit den während des kommenden Sprints zu realisierenden Elementen des Product Backlogs. Der Fortschritt wird täglich im Daily Scrum reflektiert. Im anschließenden Sprint Review präsentiert das Development Team ihr Ergebnis dem Product Owner, der das Produkt neu bewertet und das Product Backlog aktualisiert. Die abschließende Sprint Retrospektive dient dem Development Team dazu, ihre Vorgehensweise während des vergangenen Sprints zu reflektieren und ggf. anzupassen, bevor der nächste Sprint beginnt. Die dritte Instanz des Scrum Teams ist neben dem Product Owner und dem Development Team der Scrum Master, der die Umsetzung und Funktionsweise des Frameworks überwacht und den anderen Teammitgliedern in Sachen Scrum beratend zur Seite steht.

Zusammenfassung: Scrum ist nicht nur ein Framework für effektives Arbeiten in der Produktentwicklung, sondern hat als konkrete Umsetzung der agilen Arbeitsphilosophie darüber hinaus das Potential, ergebnisorientiertes Teamwork in allen Bereichen zu revolutionieren. Natürlich müsste die Umsetzbarkeit dieses speziellen Frameworks in anderen Bereichen erst erprobt und ggf. angepasst werden. Aber Scrum zeigt: Ein klar umrissener Fokus, feste Zeitspannen und Prozesse sowie festgelegte Rollenverteilungen ermöglichen eine umso flexiblere, aktivere und effektivere Arbeitsweise in der Gruppe. Genau das praktizieren wir in unseren Workshops bei CONNECTINGSCIENCE.

Arbeiten Ihre Teammitglieder auf der Grundlage von Trail und Error-Verfahren, die meist auf früheren Erfahrungen beruhen? Erfolgt die Entscheidungsfindung unter dem Dach unklarer Präferenzen der Entscheidungsträger? Und arbeiten Teams unter fließenden Verpflichtungen ihrer Teammitglieder und verringern zu viele Tools die Produktivität?

Ein klarer Grund, warum agile Projekte häufiger erfolgreich sind, ist, dass zeitlich festgelegte Ereignisse den Tag eines Teams strukturieren. Tägliche Besprechungen werden zu Ritualen. Kanban-Techniken sorgen für Prozesstransparenz. Und klare Teamrollen helfen dem Team, Probleme effizienter anzugehen.

Besonders treffend ist die Ursache für diesen Vorteil von Michael D. Cohen, James G. March und Johan P. Olsen in ihrem Artikel "A Garbage Can Model of Organizational Choice" beschrieben. In organisierten Anarchien - so beschreiben die Autoren Organisationen - bleibt oft unklar auf welchen Voraussetzungen Entscheidungsfindung stattfindet. Genauso vage ist die Toollandschaft und die Grundlage auf der über Teilhabe am Prozess entschieden wird.

Michael D. Cohen, James G. March und Johan P. Olsen: A Garbage Can Model of Organizational Choice
Es gibt zahlreiche Gründe, warum agile Techniken Teams bei der Lösung komplexer Probleme helfen. Meiner Erfahrung nach ist jedoch eine der effektivsten Möglichkeiten, ein Team an Bord zu holen und ihm zu helfen, Agilität in die Tat umzusetzen sowie die Vereinfachung der Teamprozesse.

In ihrem Artikel beschreiben Cohen und Kollegen eine Lösung die sehr daran angelegt ist, was in agile arbeitenden Teams stattfinden sollte, die prozessuale Trennung von Sachverhalt, Person und Prozess. Durch festgelegte Rituale, Artefakte wie Kanban-Boards und Rollen im Team werden Entscheidungen versachlicht. In insgesamt steigt damit in Entscheidungsprozessen die Transparenz.

Scrum als Workshop-Methode?

Scrum ist nicht nur ein Rahmenwerk für agiles Arbeiten in der Software- oder Produktentwicklung. Es bietet auch das Potenzial, als Leitfaden für effektive Teamarbeit in anderen Bereichen eingesetzt zu werden. Warum es dann nicht auch in Schulen und Universitäten einsetzen? Was zunächst unvorstellbar klingt, könnte eine Lösung für viele Probleme bieten, mit denen wir konfrontiert sind, insbesondere in der aktuellen Pandemie.

Scrum-Workshops als Rekrutierungsinstrument

Eine feste Rollenverteilung, klar definierte Zeitrahmen, ergebnisorientiertes Arbeiten: Warum nicht Prinzipien aus dem Scrum-Framework (Einführung in Scrum-Framework) in Workshops anwenden? Diese Idee setzen wir seit 2022 mit unserem Start-up CONNECTINGSCIENCE in die Praxis um. CONNECTINGSCIENCE bietet zusammen mit verschiedenen Unternehmen (Deloitte, PPI, SimCorp) und Personalvermittlern Scrum-Workshops für MINT-Studenten an. Ziel ist es, dass sie ihr theoretisches Wissen über Scrum auf reale Use Cases anwenden können. Das Feedback der Teilnehmer zeigt: Die Arbeit mit Scrum in kurzen Zeitfenstern ist anstrengend, führt aber zu mehr Motivation und erstaunlichen Ergebnissen.



Training der Scrum-Methode im SAFe-Framework (Scaled Agile Framework) mit SimCorp (© CONNECTINGSCIENCE)

Scrum-Prinzipien an Schulen und Universitäten

Wenn die Scrum-Prinzipien in Form eines praxisorientierten Workshops funktionieren: Könnten diese Prinzipien auch in Lehre und Forschung an Schulen und Universitäten angewandt werden? Aufgrund der positiven Rückmeldungen aus den CONNECTINGSCIENCE-Seminaren kann zumindest davon ausgegangen werden, dass Schüler und Studenten durch die eng gefasste Arbeitsteilung motivierter wären, schneller zu Ergebnissen kommen und echte Teamarbeit lernen und praktizieren könnten. Auch bei längeren Projekten wie Seminar-, Semester-, Abschluss- oder Forschungsprojekten könnten agiles Arbeiten und effektives Zeitmanagement einer Schreibblockade, Frustration und geringer Motivation entgegenwirken - sei es in der Gruppe oder allein.

Nachteile agiler Prinzipien an Schulen und Universitäten

Natürlich darf nicht vergessen werden, dass Scrum ein Rahmenwerk für die Software-Entwicklung ist: Wenn Sie in einem Seminar oder Projekt ein praktisches Ergebnis erzielen wollen, erscheint die Übertragung der Scrum-Prinzipien auf Forschung und Lehre auf den ersten Blick unproblematisch. Allerdings können die engen Zeitfenster für den Wissenstransfer manchmal kontraproduktiv sein. Leider gibt der Scrum-Guide wenig Hinweise auf mögliche Verzögerungen aufgrund von Missverständnissen oder Erklärungsbedarf - schließlich sind Studierende keine Computer, die in einer bestimmten Zeit eine bestimmte Menge an Wissen herunterladen können. Aber Techniken, die aus dem Framework kommen, können helfen, Lernzyklen zu strukturieren und die Zusammenarbeit im Team zu fördern.

Scrum-Prinzipien als Chance für den digitalen Unterricht?

Gerade in Zeiten von Corona und Lockdowns hat CONNECTINGSCIENCE bewiesen, dass die Zusammenarbeit nach den Scrum-Regeln auch digital funktioniert, zumindest wenn die technischen Voraussetzungen stimmen. Ob Videokonferenz und gemeinsame Bildschirmnutzung über Videokonferenz-Tools oder digitale White-Board-Tools wie Mural - es gibt verschiedene Möglichkeiten, agile Regeln anzuwenden. Man muss nur wissen, wie man sie anwendet und ihre Anwendung trainieren. Jeder, der im Home Office arbeitet, weiß, wie belastend soziale Isolation sein kann. Nun stellen Sie sich vor, in dieser deprimierenden Atmosphäre effektiv lernen zu müssen, indem Sie Ihren Lehrer auf einem zweidimensionalen Bildschirm beobachten, wie er immer weiter und weiter schweift. Wäre es nicht besser, dieses langweilige Lernen durch digitale Interaktion in kleinen Gruppen mit einer festen Rollenverteilung, einem gewünschten Ziel, kurzen Zeiträumen und einer auf Selbstreflexion basierenden Arbeitsweise zu ersetzen?

Zusammenfassung: Scrum kommt aus der Welt der Software-Entwicklung, wo alles schnell, flexibel und so reibungslos wie möglich ablaufen muss. Auf der anderen Seite gibt es Schulen und Universitäten, die schon immer langsam und extrem schmerzhaft auf Veränderungen reagiert haben. Aber muss das so bleiben? Auch wenn Scrum als agile Arbeitsmethode höchstwahrscheinlich nicht in allen Bereichen realisierbar ist, beweist das von CONNECTINGSCIENCE entwickelte Workshop-Format, dass ergebnisorientiertes Arbeiten und Time-Boxing sowie Planungsfenster oft besser motivieren und zu mehr Erfolgserlebnissen führen als bloßes Lernen. Gerade die Pandemie zwingt uns, effektive Lösungen zu finden und schnell funktionierende Unterrichtskonzepte zu entwickeln. Agile Arbeit, nicht nur in Lehre und Forschung, sondern auch in ihrer Konzeption, könnte uns genau das bieten.

Das OKR-Framework verbindet die agile Arbeit auf Prozessebene mit einer strategischen Ebene. Wenn Scrum die Frage beantwortet, wie ich mit meinem Team iterativ Lösungen für komplexe Probleme erarbeiten kann, dann liefern OKR, also Objective Key Results, eine Antwort auf die Frage, wie strategisches Alignment auf Unternehmensebene erreicht wird.

OKR, auf Wikipedia als Management-System beschrieben, helfen den strategischen Kurs eines Unternehmens operativ umzusetzen und dabei stets die Zielerreichung im Blick zu behalten. Dabei kommen mit OKR auf strategischer Ebene zusammen, was in Unternehmen oft nebeneinander existiert: die Vogelperspektive des Managements in Vision und Mission heruntergebrochen mit der operativen Sicht auf die Umsetzbarkeit von Vision und Mission auf Abteilungsebene.

OKR Mural Im OKR-Mural sind die wichtigsten Elemente des Frameworks zusammengefasst (Copyright © CONNECTINGSCIENCE)
Der besondere Mehrwert dieses Frameworks eröffnet sich vor allem in Organisationen, die über Abteilungen hinweg agil arbeiten. Hier kann sowohl die gemeinsame Definition von Objectives und Key Results helfen, die Zustimmung des Teams zu den Zielen hoch zu halten. Je nach Integrationstiefe des Frameworks im Unternehmen erstreckt sich das Prinzip der Selbstorganisation über alle Abteilungen oder nur über eine operative Ebene.

Warum nutzt dann nicht jeder dieses System der Zielfindung? Vor allem die kulturelle Prägung eines Unternehmens entscheidet darüber, ob das System der OKR sinnvoll in den Unternehmenskontext eingebunden werden kann. In hierarchischen Organisationen wird die Ermächtigung auf Teamebene mit Kontrollverlust assoziiert. Dabei bringen OKR - richtig eingesetzt - Eigenverantwortlichkeit und Vertrauen in Organisationen. Für wen sich dieses System letztlich lohnt, ist am Ende trotzdem klar: den in der Organisation arbeitenden Menschen.
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